Jetzt mal ehrlich: Kann man eine Veranstaltung nicht einfach mitschneiden und im Nachgang ins Netz stellen?

Kamera in die letzte Reihe, auf Aufnahme drücken, fertig ist der Mitschnitt einer Veranstaltung. Stimmt’s?


Jetzt mal ehrlich: Kann man eine Veranstaltung nicht einfach mitschneiden und im Nachgang ins Netz stellen?

Klar! Das geht! Hat dann aber den Charme, Unterhaltungswert und vor allem den Mehrwert eines verwackelten Videos vom Urlaub des befreundeten Ehepaares aus dem Kegelverein …

In einer unserer letzten Fragen haben wir uns schon damit beschäftigt, ob man eine Veranstaltung „ein bisschen hybrid“ machen kann. Fast genauso oft kommt der Plan auf, die Veranstaltung „einfach“ mitzuschneiden und im Anschluss ins Netz zu stellen. Ist ja weniger anspruchsvoll als hybrid, weil man zum Beispiel nicht bedenken muss, die Remote-Teilnehmer:innen einzubinden. Aber ist das tatsächlich so? Wann haben Sie das letzte Mal mit Begeisterung – oder wenigstens halbwegs motiviert und konzentriert – Fotos oder Video-Sequenzen eines Urlaubs angesehen, den Sie selbst nicht mitgemacht haben? Hand aufs Herz: Wann haben Sie das letzte Mal überhaupt auch nur die Einladung zu einem solchen Dia- und Video-Abend angenommen?

Was also sollten Sie bei einem Mitschnitt beachten, damit andere Menschen sich den ansehen – und nicht bloß nach einer kreativen Ausrede suchen, warum sie es nicht tun?

Der Oscar für den besten Schnitt geht an …

Dass Bild- und Tonqualität stimmen muss, darauf wollen wir hier gar nicht mehr eingehen. Das ist die Minimalanforderung an jede Produktion. Doch selbst dann ist es deutlich schwieriger die Konzentration am Bildschirm aufrecht zu halten als in Präsenz. Erst recht, wenn man bei einer Aufzeichnung jederzeit zurückspulen kann. (Funfact: Das macht man nicht – bzw. nur sehr selten und in erster Linie dann, wenn man eh mit Aufmerksamkeit dabei ist und einen Punkt nur nicht richtig mitbekommen hat.)

Damit man aufmerksam bleibt, müssen nicht nur Bild- und Tonqualität stimmen, sondern es muss sich auch was tun. Nicht nur inhaltlich, sondern auch visuell. Hollywood setzt da u.a. auf einen guten Schnitt. Eine einzige Kameraperspektive reicht nicht aus. Wirkt das auf Sie überzogen? Dann achten Sie bei den nächsten Videos oder Fernsehsendungen einmal darauf. Selbst bei Nachrichtensendungen, bei denen eine einzelne Kamera für zwei Moderator:innen reichen würde, wird geschnitten. Man nimmt das für Gewöhnlich nur wahr, wenn man bewusst darauf achtet – oder unbewusst wenn der Schnitt fehlt oder schlecht ist. Dann driftet die Aufmerksamkeit nämlich irgendwann weg.

Technisch hohe Qualität bei der Aufzeichnung, Umschnitte einplanen, ein Regiebuch für die Kameras – da wird schnell klar: Ein eigenes Team allein für den Mitschnitt ist Pflicht.

Das Ziel ist der Anfang – auch bei Aufzeichnungen

Bei der SDMED dreht sich immer alles ums Ziel, das es zu erreichen und darum auch zu kennen gilt. Darum beginnen auch alle Überlegungen vom Ziel her: Was soll Ihr Mitschnitt für ein Ergebnis liefern? Und wie schafft er das? Stellt man das Gesamtvideo zur Verfügung? Oder teilt man es in kleinere Happen? Welche Inhalte nimmt man dann für welche Plattform und welche Zielgruppe? Wie schneidet man das Material zusammen, sodass es auch außerhalb des Gesamtkontextes stehen kann? Was ist wichtig, was kann eventuell raus?

Sollen Teile des Materials zertifiziert werden, müssen außerdem Mindestlängen beachtet werden – ein Fakt, der teils schon in die Agenda-Planung gehört, denn „künstlich aufpusten“ kann man das Material für eine Zertifizierung nur bedingt.

Fazit

Ein Mitschnitt geht natürlich immer und ist in vielen Fällen sogar extrem sinnvoll. Schließlich hat man die Expert:innen am Tisch, die Veranstaltung sowieso geplant und möchte am Ende den maximalen Nutzen haben. Nur „einfach“ oder nebenher geht es leider nicht. Wenn Sie einen Mitschnitt planen, dann planen Sie ihn richtig: Stellen Sie ein eigenes Team dafür ab, das im Idealfall Hand in Hand in die Gesamtplanung eingebunden ist, damit es auf Basis der inhaltlichen Planung auch den Mitschnitt redaktionell und technisch durchplanen kann.

Wenn Sie Unterstützung brauchen oder weitere Fragen zum Thema haben, dann kontaktieren Sie uns gerne unverbindlich.





Zurück zur Übersicht
Zum ersten Inhaltsabschnitt